Aufgedeckt: Illegale Schlachtung und schwere Tierschutzverstöße in Landschlachterei

Berlin/Evessen, 28.05.2026: Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachtbetriebs Römmling kam es am gestrigen Tage, am Vormittag des 28. Mai 2026, zu einem Polizeieinsatz sowie einer ad-hoc-Kontrolle durch das zuständige Veterinäramt. Dem behördlichen Einschreiten vorausgegangen war unsere Meldung bei den zuständigen Behörden.

Fortführung des Betriebs trotz erloschener Genehmigung

Wie uns das Veterinäramt bestätigte, verfügt der betroffene Betrieb bereits seit Jahren über keine gültige Schlachtlizenz mehr. Dennoch dokumentieren umfangreiche Bild- und Videoaufnahmen, die uns vorliegen, weitere Schlachtungen von Tieren.

Bereits am 13. März 2026 wurde die aktive Schlachtung von Rindern auf dem Betriebsgelände dokumentiert. Am 15. März um 11:52 Uhr folgte dann die Anlieferung eines einzelnen Schweins. Aufnahmen belegen, dass dieses Tier unter tierschutzwidrigen Bedingungen, isoliert in einer Garage, ohne Zugang zu Futter und Wasser, gehalten und am Folgetag geschlachtet wurde.

Die Aufnahmen zeigen den ehemaligen Betreiber, Herrn Römmling, bei der Schlachtung des besagten Schweins sowie zweier Wollschweine im weiteren Tagesverlauf. Mit dabei: Herr Dohlenburg, ein Landwirt aus Denkte. Der Betrieb wurde über einen langen Zeitraum beobachtet. Herr Dohlenburg und uns unbekannte Personen haben den Betrieb regelmäßig mit Tieren beliefert. Die Frequenz der vermutlich rechtswidrigen Zuführungen wird auf circa zwei- bis dreimal wöchentlich geschätzt.

Behörden bestätigen Aufgriff auf frischer Tat

In den Räumlichkeiten wurden Dokumente gefunden, die den Verdacht behördlicher Unregelmäßigkeiten nahelegen. Das zuständige Veterinäramt hatte noch im Vorfeld gegenüber der Geschäftsführerin von Team Tierschutz, Samara Eckardt, telefonisch versichert, dass in dem Betrieb seit Jahren keine Schlachtungen mehr registriert worden seien. Dieser Status quo wurde gestern widerlegt: Die Polizei Wolfenbüttel bestätigte nach dem Einsatz, dass der ehemalige Betreiber im Rahmen der behördlichen Durchsuchung auf frischer Tat bei einer mutmaßlich illegalen Schafschlachtung angetroffen wurde. Von 17 zur Schlachtung angelieferten Schafen waren zum Zeitpunkt des Zugriffs bereits sechs Tiere rechtswidrig getötet worden.

Das Elend bei Römmling

Die vorliegenden Aufnahmen dokumentieren darüber hinaus unhygienische Zustände. An mehreren Stellen liegen Köpfe von Tieren, sowohl am Boden als auch in der bis zum Rand gefüllten Kadavertonne. Der Geruch der angesetzten Brühe, in der die Schädel der geschlachteten Rinder liegen, beißt in der Nase. An Werkzeugen kleben Fleischreste.

Aggression gegen Pressevertreter

Nach Beendigung des Behördeneinsatzes kam es vor Ort zu einem Zwischenfall: Ein freier Journalist war vor Ort, wurde von Herrn Römmling angetroffen und zum Sachverhalt befragt. Der Beschuldigte reagierte aggressiv, wetterte gegen die Presse und drohte, dass, wenn berichtet würde, mit direkter Gewalt.

Entsprechende rechtliche Schritte werden geprüft.

Ein Mitarbeiter gab zunächst an, seit früh morgens da gewesen zu sein. Angesprochen auf die Kontrolle gab er dann jedoch an, mittags gekommen zu sein. Auf seinem Hänger waren noch mehrere lebende Schafe zu sehen.

Ansprechpartnerin

Frau Samara Eckardt (Geschäftsführerin)

Team Tierschutz gGmbH

Kolonnenstraße 8
10827 Berlin

E-Mail:
presse@teamtierschutz.org