Grausame Jagdpraktik aufgedeckt: Wir haben Strafanzeige gestellt

Berlin, 12.02.2026: Ein auf YouTube veröffentlichtes Video einer Drückjagd in Nordhessen zeigt, wie ein Jäger einen Hund auf einen Waschbären hetzt und diesen mit mehreren Messerstichen tötet. Nach Sichtung von des Videomaterials haben wir Strafanzeige und Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Kassel gegen den Jäger und beteiligte Personen erstattet.

In einem Video mit dem Titel „Drückjagd mit Aduro – Waschbärkampf in Nordhessen“ ist zu sehen, wie ein lebender Waschbär nicht, wie jagdrechtlich vorgeschrieben, unmittelbar getötet, sondern stattdessen von einem Jagdhund gehetzt wird. Besonders belastend: Der Beschuldigte feuert den Hund lautstark mit Kommandos wie „Pack ihn!” und “Hol ihn dir!“ an. Das Wildtier wird über einen längeren Zeitraum massiven Schmerzen und Todesangst ausgesetzt, während der Jäger schließlich mehrfach mit einem Messer auf das noch lebende Tier einsticht.

Dieses minutenlange Leiden wurde nachträglich aus dem YouTube-Video gelöscht, offenbar auch als Reaktion auf massive Kritik, die der Jäger sogar aus den eigenen Reihen der Jägerschaft für dieses unweidmännische Verhalten erfahren hat. Ein aufmerksames Teammitglied von Team Tierschutz konnte das belastende Beweismaterial jedoch rechtzeitig sichern und uns zukommen lassen

„Die dokumentierten Abläufe lassen erkennen, dass eine sofortige, schmerzfreie Tötung nicht im Vordergrund stand, sondern ein Kampfgeschehen aktiv gefördert wurde“, erklärt Samara Eckardt, Geschäftsführerin von Team Tierschutz.

Wir sehen hierin klare Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Neben der strafrechtlichen Verfolgung fordern wir die unverzügliche Überprüfung der jagdrechtlichen Zuverlässigkeit sowie den Entzug des Jagdscheins des Beschuldigten.

Durch unsere Berichterstattung auf Social Media, insbesondere durch ein reichweitenstarkes Instagram-Reel, konnten wir eine breite Öffentlichkeit mobilisieren und die Presse aktivieren. Der Fall wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wer kontrolliert eigentlich die Jäger? Es ist ein alarmierender Trend, dass illegale Praktiken und Verstöße gegen die Waidgerechtigkeit zunehmend als Content im Internet inszeniert werden, ohne dass die zuständigen Behörden zeitnah intervenieren.

Die Jagd darf kein rechtsfreier Raum für Selbstdarstellung auf Kosten des Tierwohls sein.

Pressebericht der HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine): Zum Online-Artikel

Ansprechpartnerin

Frau Samara Eckardt (Geschäftsführerin)

Team Tierschutz gGmbH

Kolonnenstraße 8
10827 Berlin

E-Mail:
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