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Zwischen Schimmel und Fäkalien

12. März 2025

AUFGEDECKT: VORZEIGE-MÄSTER LÄSST SCHWEINE IN SCHIMMEL UND FÄKALIEN LEBEN

Der Tierrechtsorganisation Team Tierschutz wurde Bildmaterial aus einer Schweinemast im Kreis Segeberg zugespielt. In diesem Betrieb werden mehrere hundert Tiere gehalten.

Die Aufnahmen, die im Februar 2025 entstanden, zeigen Schweine, die unter katastrophalen Bedingungen in einem maroden, vermutlich einsturzgefährdeten Stall ohne Tageslicht leben müssen –  umgeben von Schimmel und mit Exkrementen, die in Zentimeter-dicken Schichten den Boden bedecken. Besonders alarmierend ist, dass der Betreiber des Betriebs gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender einer Schlachtschweine-Erzeugergemeinschaft ist, die im Internet mit Begriffen wie „Qualitätsschweine“ und „Qualitätsfleisch“ wirbt.

Zusätzlich existieren Beweismittel aus dem April 2024, die belegen, dass die Missstände bereits seit längerer Zeit bestehen. „Dieser Stall ist seit Jahren in einem derartigen Zustand – und wie so oft bleiben solche Zustände unbemerkt von den Behörden und den angeblichen “Qualitätssiegeln”, erklärt Samara Eckardt, Geschäftsführerin der Team Tierschutz gGmbH.

Die gute Nachricht: Das Veterinäramt hat den Betrieb nach Eingang der Meldung umgehend kontrolliert und eine sofortige Schließung veranlasst. Die Tierrechtsorganisation hat zudem Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kiel gestellt.


Kreis Segeberg – Die Tierrechtsorganisation Team Tierschutz hat einen Skandal aufgedeckt: In einem Stall im Kreis Segeberg wurden verheerende hygienische Bedingungen festgestellt.„Die Zustände sind absolut inakzeptabel“, so Samara Eckardt, Geschäftsführerin von Team Tierschutz.

Die zugespielten Aufnahmen zeigen Schweine, die in einem fensterlosen, völlig lichtlosen Stall gehalten werden. Die Tiere sind gezwungen, in ihren eigenen Exkrementen zu leben. Die Futterrinnen sind mit Fäkalien verunreinigt, sodass die Schweine ihre eigenen Fäkalien fressen müssen. Auf den Bildern ist auch zu sehen, wie die Tiere in Verzweiflung mit ihren eigenen Exkrementen spielen. Die hygienischen Zustände sind katastrophal: Schimmelbefall überzieht den gesamten Stall, das Gebäude von Feuchtigkeit durchzogen und die defekte Lüftungsanlage trägt dazu bei, das ohnehin unerträgliche Klima weiter zu verschärfen. Das sogenannte Beschäftigungsmaterial für die Tiere ist entweder ebenfalls von Schimmel befallen oder in den überquellenden Exkrementen versunken. „Die Zustände in diesem Stall stellen eine eklatante Verletzung des Tierschutzgesetzes dar“, erklärt Eckardt. „Es ist erschütternd, dass solche Zustände über längere Zeit toleriert werden. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie in der industriellen Tierhaltung die Grundbedürfnisse der Tiere völlig missachtet werden.“

Sobald die Organisation von den Missständen erfuhr, wurde das zuständige Veterinäramt umgehend informiert, das nun Ermittlungen aufgenommen hat. Die sofortige Schließung des Stalls ist ein erster Schritt, aber Team Tierschutz betont, dass dieser Fall leider kein Einzelfall ist. „Diese Zustände sind in der industriellen Tierhaltung kein tragischer Einzelfall. Immer wieder stoßen wir auf ähnliche, wenn nicht sogar noch schlimmere Missstände. Die zuständigen Behörden sind überlastet und die Kontrollen sind häufig unzureichend. Verbraucher müssen sich bewusst werden, dass es keine verlässlichen Kontrollen gibt – weder durch Qualitätssiegel noch durch die zuständigen Ämter. Dieser Stall hatte nicht einmal Fenster – das Leid der Tiere blieb im Verborgenen. Niemand hat gewusst, was hinter diesen verschlossenen Türen passiert, obwohl sich der Betrieb mitten im Dorf befindet.“, so Eckardt weiter.

„Es wird oft behauptet, dass solche Produktionssysteme notwendig seien, um den Fleischbedarf der Gesellschaft zu decken. Doch wir müssen uns fragen: Welche Werte vertreten wir, wenn Tiere unter solchen Bedingungen leiden müssen, nur damit wir unseren Fleischkonsum aufrechterhalten können?

Dieses System existiert einzig und allein für den Konsum tierischer Produkte. Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft und Politik endlich ernsthaft über die Konsequenzen unseres Handelns nachdenken. Und das fängt beim eigenen Konsumverhalten an.“, schließt Eckardt.

ansprechpartnerin

Kontaktdaten

Frau Samara Eckardt (Geschäftsführerin)

Team Tierschutz gGmbH

c/o Publix

Hermannstr. 90

12051 Berlin

E-Mail: presse@teamtierschutz.org