Mission 631: Eine einmalige Rettungsaktion

Ein Mastbetrieb gibt auf und 631 Leben haben die Chance auf ein Leben. Was im Oktober 2025 als gewaltige logistische Herausforderung begann, entwickelte sich zur bisher einmaligen Rettungsaktion dieser Größenordnung in Deutschland. Gemeinsam mit der Team Tierschutz Community haben wir das Unmögliche möglich gemacht: Wir haben 631 Küken vor dem Schlachthof gerettet.

Die Vorbereitung: Ein Kraftakt der Community

Bevor die ersten Hühner einziehen konnten, hieß es auf dem Lebenshof Vegan Bullerbyn e.V. Ärmel hochkrempeln. In den Wochen vor der großen Rettung wurde ein Waldstück sowie eine Freifläche von Unrat befreit und hühnergerecht vorbereitet. Die Community errichtete gemeinsam mit dem Team des Lebenshofs Schutzhütten und schuf eine Infrastruktur, die den speziellen Bedürfnissen dieser Tiere gerecht wird.

Am 13. Oktober 2025 war es schließlich soweit. Die Hühner wurden aus dem Mastbetrieb abgeholt und zogen in ihr neues Leben ein. Der Empfang am Lebenshof war emotional, aber auch medizinisch fordernd. Jedes Tier wurde tierärztlich erstversorgt. Die Versorgung dieser Tiere ist aufgrund ihrer genetischen Disposition besonders anspruchsvoll und erfordert tägliche, intensive Pflege, Aufmerksamkeit und viel Erfahrung.

Gefangen im eigenen Körper

Diese Tiere sind auf ein explosives Wachstum selektiert, das mit ihrer Biologie nichts mehr zu tun hat:

  • Rasante Gewichtszunahme: Ein Küken schlüpft mit gerade einmal 12 bis 15 Gramm. In nur 40 Tagen wird ihr Gewicht auf über 2,3 Kilogramm hochgetrieben. 
  • Schlachtung als Babys: Obwohl sie das Gewicht eines ausgewachsenen Huhns tragen, sind sie biologisch noch Kinder.
  • Extreme Platznot: In der konventionellen Mast lebt ein Huhn auf einer Fläche, die kaum größer ist als ein DIN-A4-Blatt plus ein Bierdeckel.

Unsere Beobachtungen im Rahmen der Mission 631 bestätigen leider die wissenschaftlichen Erkenntnisse: Rund 90% aller Masthühner leiden kurz vor der Schlachtung u.a. an Gangstörungen. Ihr unreifes Skelett bricht unter der massiven Last förmlich zusammen. Auch die Organe kommen nicht hinterher: Das Herz wächst im Vergleich zur Muskelmasse zu langsam, was oft zu tödlichem Herzversagen führt. Dies ist der traurige Grund, warum trotz bester Pflege rund ein Drittel unserer Schützlinge die ersten Monate nicht überlebt hat.

Dieser Film verändert dein Weltbild über Hühner

Um diesen Überlebenskampf und die systematischen Missstände der Industrie sichtbar zu machen, haben wir die gesamte Aktion filmisch begleitet. Entstanden ist eine Hommage an das Huhn, die gleichzeitig als Bildungsfilm dient. Wir wollen zeigen, wer diese Tiere wirklich sind, wenn man ihnen die Chance gibt, nicht nur ein „Produkt“ zu sein.

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Ansprechpartnerin

Frau Samara Eckardt (Geschäftsführerin)

Team Tierschutz gGmbH

Kolonnenstraße 8
10827 Berlin

E-Mail:
presse@teamtierschutz.org