Illenschwang / Ansbach, August 2026 – Als Tierrechtsorganisation Team Tierschutz fordern wir die Verantwortlichen des Dorffestes Illenschwang auf, die angekündigte „Verlosung der Dorffest-Sau“ unverzüglich aus dem Programm zu streichen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein lebendes Mastschwein als Hauptgewinn verlost wurde, soll nach dem veröffentlichten Festprogramm auch in diesem Jahr erneut ein lebendes Schwein verlost werden.
Für uns ist dies ein erschreckendes Signal – sowohl aus tierschutzethischer als auch aus rechtlicher Sicht.
Bereits beim Dorffest 2025 konnten Besucher für einen Euro Lose erwerben und ein lebendes Mastschwein gewinnen. Das Tier wurde während der lautstarken Festveranstaltung öffentlich präsentiert – eingesperrt in einem körpergroßen Metallkäfig, den Blicken hunderter Besucher ausgesetzt und der Blaskapelle auf der Bühne. Für das Schwein bedeutete dies erheblichen Stress und die vollständige Reduzierung auf einen bloßen Gewinngegenstand.
Gewonnen wurde das Schwein von einem Mitglied der Gruppe „Grabenschlampen“, die sich selbst als „ein Haufen ‘durchgeknallter’ Metal-Fans“ bezeichnet. Auf veröffentlichten Fotos posierte der Gewinner grinsend neben dem im Käfig eingesperrten Tier. Nach Angaben des zuständigen Veterinäramtes wurde das Schwein nach der Veranstaltung geschlachtet.
„Wir leben im Jahr 2026. Es ist beschämend, dass auf einem Dorffest noch immer ein lebendes Schwein als Hauptgewinn ausgestellt und ausgelost wird. Tiere sind fühlende Lebewesen – keine Tombolapreise und keine Attraktionen für Volksfeste.“ – Samara Eckardt, Geschäftsführerin von Team Tierschutz
Nach § 3 Satz 1 Nr. 12 des Tierschutzgesetzes ist es grundsätzlich verboten, Tiere als Preis oder Belohnung bei Wettbewerben, Verlosungen oder ähnlichen Veranstaltungen auszuloben. Das Gesetz sieht lediglich eng begrenzte Ausnahmen vor, wenn sichergestellt ist, dass die Gewinner die Anforderungen an eine tierschutzgerechte Haltung erfüllen.
Als wir im vergangenen Jahr, leider erst am Montag nach der Veranstaltung, von der Verlosung erfuhren, informierten wir umgehend das zuständige Veterinäramt Ansbach. Zu diesem Zeitpunkt war das Schwein jedoch bereits geschlachtet worden.
Nach Angaben des Veterinäramtes sollten die Hinweise geprüft werden. Nach Auskunft der Behörde sei die Veranstaltung beziehungsweise die Tierverlosung zudem nicht entsprechend angezeigt worden.
Samara Eckardt sagt: „Als wir von dem Vorfall erfuhren, haben wir sofort das Veterinäramt informiert. Leider war es bereits zu spät – das Tier war schon getötet worden. Umso fassungsloser waren wir, als wir im diesjährigen Programm erneut die ‘Verlosung der Dorffest-Sau’ entdeckt haben.“
Das Entsetzen war groß, als wir das aktuelle Programm des Dorffestes lasen. Denn trotz der Vorfälle im vergangenen Jahr ist dort erneut die „Verlosung der Dorffest-Sau“ angekündigt.
Nach unserer erneuten Kontaktaufnahme mit dem Veterinäramt reagierte die Behörde überrascht über die erneute Ankündigung und kündigte an, den Sachverhalt umgehend zu prüfen.
„Dass dieselbe Schweine-Verlosung nach den Ereignissen des vergangenen Jahres einfach erneut angekündigt wird, ist aus unserer Sicht völlig unverständlich. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass das Veterinäramt den Sachverhalt sofort aufgreifen wollte. Jetzt hoffen wir, dass die Verantwortlichen ihre Pläne überdenken und das Dorffest künftig ohne lebende Tiere veranstalten.“ – Samara Eckardt
Für uns als Team Tierschutz steht fest, dass eine derartige Praxis in einer modernen Gesellschaft keinen Platz mehr haben darf.
„Traditionen verdienen Respekt – aber nicht jede Tradition verdient es, fortgeführt zu werden. Wenn ein Brauch darauf beruht, ein fühlendes Lebewesen wie einen Gegenstand zu behandeln und öffentlich zu verlosen, ist es Zeit, ihn zu beenden. Ein Dorffest kann Menschen zusammenbringen, Musik, Gemeinschaft und Freude bieten – und zwar ganz ohne, dass dafür ein Tier leiden muss. Spaß darf niemals auf Kosten eines fühlenden Lebewesens gehen.“ – Samara Eckardt, Geschäftsführerin von Team Tierschutz.